Praktisches Medizinisches Jahr: Ablauf, Tertiale, Fristen und Auslandstertial
Dein Praktisches Medizinisches Jahr ist der dritte und letzte Ausbildungsabschnitt des Medizinstudiums: 48 Wochen zusammenhängende Ausbildung am Patienten, gegliedert in drei Tertiale zu je 16 Wochen in Innerer Medizin, Chirurgie und einem Wahlfach (§ 1 Abs. 2 und § 3 Abs. 1 ÄApprO 2002). Es startet in der zweiten Hälfte von Mai und November, erlaubt höchstens 30 Fehltage und endet mit der dritten ärztlichen Prüfung. Dieser Guide führt dich durch Voraussetzungen, Termine, Fehlzeiten, Vergütung und die Anerkennung eines Tertials im PJ im Ausland.
Fachlich geprüft von MUDr. Andreas Zehetner, Arzt (MUDr., entspricht Dr. med. univ.) und Mitgründer von travel4med. Er organisiert seit Jahren klinische Auslandspraktika für Medizin- und Pflegestudierende. Redaktion: Celina Köhsl. Alle Rechts- und Terminangaben geben den Stand vom 18. August 2026 wieder und ersetzen keine verbindliche Auskunft deines Landesprüfungsamts oder deines PJ-Büros.
Key Takeaways
Dein Praktisches Medizinisches Jahr dauert in Vollzeit 48 Wochen und gliedert sich nach der geltenden ÄApprO 2002 in drei Tertiale zu je 16 Wochen: Innere Medizin, Chirurgie und ein Wahlfach (§ 3 ÄApprO). In Teilzeit mit 50 oder 75 Prozent verlängert sich die Kalenderdauer entsprechend.
Ein Quartals-Modell mit vier Abschnitten à 12 Wochen ist nicht in Kraft. Es steht im Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums; der Medizinische Fakultätentag hält am 8. Juli 2026 fest, dass weiterhin die Approbationsordnung von 2002 gilt. Als Zieltermin wurde der 1. Oktober 2027 genannt (Deutsches Ärzteblatt, Heft 20/2023) – rechtsverbindlich ist er nicht.
Voraussetzung für den Start ist allein das bestandene Zweite Staatsexamen plus durchgehende Immatrikulation. Eine in der Approbationsordnung vorgeschriebene Tauglichkeitsuntersuchung gibt es nicht.
Fehltage: höchstens 30 im gesamten PJ, davon maximal 20 je Tertial (§ 3 Abs. 3 ÄApprO). In einem gesplitteten Tertial sind es in Baden-Württemberg null.
M3-Anmeldung: Der Zulassungsantrag muss deinem Landesprüfungsamt bis zum 10. Januar oder bis zum 10. Juni zugehen (§ 10 Abs. 3 ÄApprO) – nicht beim IMPP, das nur M1 und M2 organisiert. Ein Praktisches Medizinisches Jahr endet erst mit dieser dritten ärztlichen Prüfung.
Auslandstertial: Angerechnet wird nach § 12 Abs. 1 Nr. 2 ÄApprO in Verbindung mit §§ 3, 4 ÄApprO, wenn Gleichwertigkeit besteht. Die Ausführungsregeln für ein Praktisches Medizinisches Jahr im Ausland setzt dein Landesprüfungsamt – sie sind ausdrücklich nicht bundeseinheitlich.
Alle Angaben sind Orientierungswerte und stützen sich auf Bundesrecht sowie die unten verlinkten Merkblätter einzelner Landesprüfungsämter. Verbindlich ist immer die Auskunft deines eigenen LPA und deines PJ-Büros. Bei der Planung eines Auslandstertials unterstützt dich unsere Beratung.
Im Praktischen Jahr arbeitest du erstmals als festes Mitglied im klinischen Team.
Praktisches Medizinisches Jahr: Was ist das genau?
Praktisches Medizinisches Jahr ist die im Studierendenalltag verbreitete Bezeichnung für das Praktische Jahr, den dritten Ausbildungsabschnitt des Medizinstudiums. Es umfasst 48 zusammenhängende Wochen praktischer Ausbildung, steht unter ärztlicher Anleitung und Aufsicht und endet mit dem Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, dem M3.
Der Weg dorthin ist im Bundesrecht getaktet. Den Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung legst du nach zwei Studienjahren ab, den Zweiten Abschnitt – umgangssprachlich Hammerexamen – nach drei weiteren Jahren, den Dritten Abschnitt nach einem Jahr, also nach dem PJ (§ 1 Abs. 3 ÄApprO). In Modellstudiengängen kann der Prüfungsrhythmus abweichen; dein Studiendekanat sagt dir, welcher Studienplan für dich gilt.
Anders als die Famulatur ist das PJ kein Beobachtungspraktikum mehr: Du übernimmst zugewiesene ärztliche Verrichtungen unter Anleitung, Aufsicht und Verantwortung des ausbildenden Arztes. Genau dieser Sprung überrascht viele, die vorher nur famuliert haben – und er ist auch der Grund, warum das Gesetz eine ganztägige Ausbildung an allen Wochenarbeitstagen vorsieht.
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Wie ist dein Praktisches Medizinisches Jahr in Tertiale aufgeteilt?
Nach der geltenden Approbationsordnung gliedert sich dein Praktisches Medizinisches Jahr in drei Tertiale zu je 16 Wochen: Innere Medizin und Chirurgie sind Pflicht, dazu kommt ein Wahltertial in Allgemeinmedizin oder einem anderen klinisch-praktischen Fachgebiet deiner Fakultät. In Summe ergibt das die gesetzlich vorgeschriebenen 48 Wochen (§ 3 Abs. 1 ÄApprO).
Das viel diskutierte Quartals-Modell mit vier Abschnitten à 12 Wochen bei unveränderter Gesamtdauer steht bislang nur im Referentenentwurf zur Änderung der ÄApprO des Bundesgesundheitsministeriums. Der Entwurf nennt in seiner eigenen Inkrafttretensklausel noch den 1. Oktober 2025 – ein Termin, der verstrichen ist. Der Medizinische Fakultätentag stellt in seiner am 8. Juli 2026 aktualisierten Übersicht fest, dass weiterhin die Fassung von 2002 gilt; als neuer Zieltermin kursiert der 1. Oktober 2027 (Deutsches Ärzteblatt, Heft 20/2023). Verlässlich ist bis dahin allein das Tertial-Modell.
Eine Ausnahme solltest du trotzdem kennen, weil sie schon heute Realität ist: An der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg läuft das PJ bereits in vier Quartalen à 12 Wochen, mit Ambulanter Medizin als drittem Pflichtfach neben Innerer Medizin und Chirurgie. Auch die Fehlzeiten sind dort eigens geregelt, mit maximal zehn Fehltagen pro Quartal (LPA Baden-Württemberg, Merkblatt PJ, Stand Juni 2026).
Rein rechnerisch entfällt im Tertial-Modell rund 33 Prozent der PJ-Zeit auf jeden Abschnitt (16 von 48 Wochen), im vorgeschlagenen Quartals-Modell wären es 25 Prozent je Abschnitt (12 von 48 Wochen). Die Wochenzahlen stammen aus § 3 Abs. 1 ÄApprO beziehungsweise aus dem BMG-Referentenentwurf.
Wie viel eine strukturierte Begleitung im PJ bringt, zeigt eine Untersuchung von Weissenbacher und Kolleg:innen am Universitätsklinikum Leipzig: In einem anästhesiologischen PJ-Tertial mit Mentoring und strukturierten Workplace-Based Assessments bewerteten die Studierenden das Curriculum mit der Gesamtnote 1,7 und das Mentoring mit 1,5; rund 90 Prozent waren mit ihrem Lernerfolg zufrieden und 81,3 Prozent fühlten sich gut auf das Staatsexamen vorbereitet (n = 32 von 40 Befragten, Weissenbacher et al., Der Anaesthesist, via PMC, 2020).
Quellen: § 3 Abs. 1 ÄApprO 2002 (geltendes Tertial-Modell); Referentenentwurf zur Änderung der ÄApprO, Bundesgesundheitsministerium (geplantes Quartals-Modell, nicht in Kraft). Die Medizinische Fakultät Mannheim setzt das Quartals-Modell bereits um.
Welche Voraussetzungen musst du fürs PJ erfüllen?
Voraussetzung für ein Praktisches Medizinisches Jahr ist das bestandene Zweite Staatsexamen. Zusätzlich musst du während des gesamten PJ durchgehend immatrikuliert sein, denn das Praktische Jahr ist Teil des Studiums (§ 1 Abs. 2 ÄApprO; LPA Baden-Württemberg, Merkblatt PJ, Stand Juni 2026). Mehr verlangt das Bundesrecht für den Start nicht.
Wichtig, weil es online oft anders steht: Eine in der Approbationsordnung vorgeschriebene ärztliche Tauglichkeitsuntersuchung fürs PJ gibt es nicht. Weder § 3 noch § 10 ÄApprO kennen ein solches Dokument; § 10 Abs. 7 erlaubt der Behörde lediglich, bei Zweifeln an der Prüfungsfähigkeit eine ärztliche Bescheinigung zu verlangen. Wer dafür einen Termin bucht, verliert Zeit und Geld ohne Anlass.
Zwei Nachweise brauchst du in der Praxis trotzdem. Erstens gilt für Tätigkeiten in Krankenhäusern und Arztpraxen die Masernnachweispflicht nach § 20 Abs. 8 Infektionsschutzgesetz für alle nach dem 31. Dezember 1970 Geborenen. Zweitens verlangen viele Häuser vor Antritt eine betriebsärztliche Vorsorge oder einen Impfstatus-Check – das klärst du direkt mit deiner Ausbildungsklinik, nicht mit dem Landesprüfungsamt.
Wann startet das PJ, und welche Fristen gelten für die M3?
Ein Praktisches Medizinisches Jahr beginnt bundeseinheitlich zweimal im Jahr, jeweils in der zweiten Hälfte der Monate Mai und November, und ist innerhalb des von den Universitäten vorgegebenen Zeitrahmens abzuleisten (LPA Baden-Württemberg, Merkblatt PJ, Stand Juni 2026). Der Frühjahrsturnus 2026 startete am 18.05.2026, der Herbstturnus 2026/27 beginnt am 16.11.2026 (Medizinischer Fakultätentag, Angaben ohne Gewähr).
Die vollständigen Tertialzeiten bis 2028 und die bundeseinheitlichen Bewerbungsfenster für externe Tertiale findest du in unserem Fristenkalender zu den PJ-Tertialterminen. Einzelne Fakultäten weichen ab – Mannheim etwa fährt Quartale –, deshalb bestätigst du deinen konkreten Stichtag beim PJ-Büro deiner Uni.
Für die M3-Anmeldung gilt eine harte gesetzliche Frist: Der Antrag auf Zulassung ist schriftlich zu stellen und muss deinem Landesprüfungsamt bis zum 10. Januar oder bis zum 10. Juni zugegangen sein (§ 10 Abs. 3 ÄApprO). Diese Frist gilt für alle drei Prüfungsabschnitte, nicht nur für die M3. Die konkreten Prüfungstage legt dein Landesprüfungsamt fest; das IMPP veröffentlicht ausschließlich die Termine für M1 und M2. Deine Immatrikulation muss während der gesamten Prüfungsphase bestehen bleiben.
Wo kannst du dein PJ absolvieren – Deutschland oder Ausland?
In Deutschland absolvierst du dein Praktisches Medizinisches Jahr an Universitätskrankenhäusern oder an Akademischen Lehrkrankenhäusern, die deine Universität im Einvernehmen mit der Gesundheitsbehörde bestimmt hat. Eine allgemeinmedizinische Praxis kommt nur für das Wahlfach Allgemeinmedizin infrage und nur auf Grundlage einer Vereinbarung (LPA Baden-Württemberg, Merkblatt PJ, Stand Juni 2026).
Ein Tertial im Ausland wird nicht automatisch anerkannt, sondern auf Antrag angerechnet: Rechtsgrundlage ist § 12 Abs. 1 Nr. 2 ÄApprO in Verbindung mit §§ 3, 4 ÄApprO, Maßstab ist die Gleichwertigkeit. Daraus leiten die Landesprüfungsämter feste Anforderungen ab. Die Ausbildung muss an einer Universitätsklinik oder einem akademischen Lehrkrankenhaus einer Universität stattfinden; ausländische Praxen sind ausgeschlossen. Für die Pflichtfächer Innere Medizin und Chirurgie fordert § 4 Abs. 1 ÄApprO mindestens 60 Behandlungsplätze mit unterrichtsgeeigneten Patienten.
Der Satz, den viele Übersichten weglassen, steht im Merkblatt gleich am Anfang des Auslandskapitels: Weil die Heimatuniversität die Gesamtverantwortung trägt, ist ein Auslandsaufenthalt in jedem Fall rechtzeitig im Vorfeld mit der Heimatuniversität abzustimmen. Der Anrechnungsantrag beim LPA folgt erst nach dem Tertial. Wer die Reihenfolge dreht, riskiert genau den Bescheid, den er vermeiden wollte.
Entscheidend ist in der Praxis, ob deine Wunschklinik auf der PJ-Länderliste deines Landesprüfungsamts steht. Diese Listen werden laufend fortgeschrieben, gelten jeweils nur für Studierende des eigenen Bundeslands und weichen erheblich voneinander ab. Was dabei sonst noch zu klären ist, haben wir in unserem Guide zur PJ-Anerkennung und Planung aufgeschrieben.
Bei travel4med organisieren wir dein Auslandstertial an geprüften Partnerkliniken in Sri Lanka, Nepal und Sansibar, inklusive Unterkunft und Vorbereitung vor Ort. Einen Überblick über alle Standorte findest du auf unserer Standorte-Seite, echte Eindrücke liefern unsere Erfahrungsberichte.
Ob Deutschland oder Ausland: Anerkennung und Sprachnachweis klärst du am besten vor der Klinikzusage.
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Welchen Sprachnachweis verlangt dein Landesprüfungsamt?
Einen bundesweit einheitlichen Sprachnachweis für ein Praktisches Medizinisches Jahr im Ausland gibt es nicht. Die Approbationsordnung enthält keine Sprachanforderung; § 12 verlangt nur Gleichwertigkeit. Zuständig ist allein das Landesprüfungsamt deines Studienlands – und die Merkblätter, die wir dafür ausgewertet haben, regeln die Anforderung in vier deutlich verschiedenen Abstufungen.
Am strengsten ist Baden-Württemberg. Dort muss der Nachweis vor Tertial- beziehungsweise Quartalsbeginn ausgestellt sein: kein Nachweis bei englischer Amtssprache, B2 bei europäischer Amtssprache, B1 bei nicht-europäischer Amtssprache. Für unsere Standorte heißt das konkret: Sansibar/Tansania fällt unter die englische Amtssprache und ist damit nachweisfrei, für Sri Lanka (Singhalesisch/Tamil) und Nepal (Nepali) verlangt BW dagegen B1 in der Amtssprache. Nur in dieser letzten Gruppe genügt bei einem gesplitteten 8-Wochen-Tertial A2 – und auch das nur, wenn du nachweist, dass die Verkehrssprache im Krankenhaus zwischen allen Ebenen, also Ärzteschaft, Pflege und Patient:innen, überwiegend Englisch oder Französisch ist. Selbst Muttersprachler müssen einen Nachweis vorlegen.
außerhalb des englischen Sprachraums Nachweis „entsprechender Sprachkenntnisse“, ohne GER-Stufe
10 je Hälfte
Hessen (Oktober 2024)
Bestätigung ausreichender Sprachkenntnisse durch den ausbildenden Arzt, ohne GER-Stufe
keine Angabe im Merkblatt
Hamburg (04/2026)
keine Sprachanforderung im Hinweisblatt
10 je Hälfte
Berlin (LAGeSo)
nicht geprüft
5 je Hälfte
Sachsen (Juni 2023)
keine Sprachanforderung im Hinweisblatt
0
Die übrigen zehn Landesprüfungsämter haben wir für diesen Beitrag nicht ausgewertet – frag dort direkt nach, bevor du eine Klinik zusagst. Wie du die geforderten Zertifikate rechtzeitig bekommst, erklärt unser Guide zum Sprachnachweis für Famulatur und PJ im Ausland.
Wie viel verdienst du im Praktischen Jahr?
Dein Praktisches Medizinisches Jahr ist gesetzlich nicht vergütungspflichtig. Universitätskliniken und Lehrkrankenhäuser sind nicht verpflichtet, dich zu bezahlen. Viele Häuser zahlen dennoch eine freiwillige Aufwandsentschädigung, die je nach Klinik und Bundesland unterschiedlich ausfällt und rechtlich nicht als Gehalt gilt. § 3 Abs. 4 ÄApprO setzt dafür lediglich eine Höchstgrenze.
Wie hoch diese Entschädigung typischerweise ausfällt und woran sie sich orientiert, erklärt unser Partnernetzwerk im Detail: dein-medizinstudium.de, PJ-Gehalt. Plane deine Finanzierung deshalb nicht allein über die PJ-Entschädigung, sondern kombiniere sie bei Bedarf mit BAföG, Stipendien oder Ersparnissen.
Wie viele Fehltage sind im PJ erlaubt?
Ein Praktisches Medizinisches Jahr verträgt nur begrenzte Ausfallzeit: Angerechnet werden Fehlzeiten bis zu insgesamt 30 Ausbildungstagen, davon höchstens 20 innerhalb eines Tertials (§ 3 Abs. 3 ÄApprO). Gesetzliche Feiertage zählen generell nicht als Fehltage – im Inland wie im Ausland. Das ist kein Auslandsbonus, sondern die allgemeine Regel.
Fürs Auslandstertial gilt umgekehrt eine Verschärfung, die viele erst zu spät lesen. Splittest du ein Tertial in 8 Wochen Ausland plus 8 Wochen Heimatklinik, sind in Baden-Württemberg gar keine Fehlzeiten anrechenbar; entstandene Fehltage musst du nacharbeiten (Merkblatt PJ, Stand Juni 2026). Andere Länder handhaben das deutlich anders: NRW und Hamburg erlauben im gesplitteten Tertial zehn Fehltage je Hälfte, Berlin fünf, Sachsen und Rheinland-Pfalz wie BW keine. Kläre die Regel deines LPA, bevor du Urlaub oder Rückflug buchst.
Dauert eine Unterbrechung aus wichtigem Grund – etwa Krankheit oder Schwangerschaft – länger als 30 Fehltage, werden bereits abgeleistete Tertiale angerechnet, sofern sie nicht länger als zwei Jahre zurückliegen. Die Genehmigung der Unterbrechung beantragst du zeitnah beim Landesprüfungsamt und weist den Grund nach. Und plane so, dass dein drittes Tertial nicht früher als vier Wochen vor dem von der Universität vorgegebenen PJ-Ende abschließt.
Was machst du im klinischen Alltag des PJ?
Dein Praktisches Medizinisches Jahr bedeutet vor allem echte Verantwortung am Krankenbett. Du übernimmst feste Aufgaben im medizinischen Team, immer unter ärztlicher Anleitung und Aufsicht, und nimmst an klinischen Besprechungen einschließlich der pharmakotherapeutischen und klinisch-pathologischen Visiten teil. Der genaue Zuschnitt variiert je nach Fach und Klinik.
Dazu zählen unter anderem:
Patientenaufnahmen und Anamnesegespräche
Blutabnahmen und das Legen von Venenzugängen
Wundversorgung und Verbandswechsel
Assistenz im OP und bei Visiten
Was ausdrücklich nicht dazugehört: Tätigkeiten, die deine Ausbildung nicht fördern. Die Approbationsordnung verbietet es, PJ-Studierende dafür heranzuziehen – ein Satz, der sich im Konfliktfall zu kennen lohnt. Aus Gesprächen mit PJlerinnen und PJlern an unseren Auslandsstandorten wissen wir außerdem: Wer schon in der Famulatur ähnliche Handgriffe geübt hat, startet spürbar sicherer. Unsere Famulatur-Übersicht zeigt, wie du dich gezielt vorbereitest.
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Ist dein Praktisches Medizinisches Jahr abgeschlossen, ist der Dritte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung die letzte Hürde vor der Approbation. Den Nachweis über das abgeleistete PJ erbringst du mit der Bescheinigung nach dem Muster der Anlage 4 ÄApprO; sie muss den vollständigen PJ-Zeitraum einschließlich der Fehlzeiten ausweisen. Zur Anmeldung kommen Geburtsurkunde, Studienbuch und das Zeugnis über den Zweiten Abschnitt (§ 10 Abs. 4 ÄApprO).
Die Anmeldefrist bleibt der 10. Januar beziehungsweise der 10. Juni, und deine Immatrikulation muss während der gesamten Prüfungszeit bestehen bleiben. Was danach an Papierkram folgt und wie die Approbation formal beantragt wird, insbesondere nach einem Studienabschnitt im Ausland, erklärt unser Partnernetzwerk ausführlich: dein-medizinstudium.de, Approbation nach dem Medizinstudium im Ausland.
Welche Unterlagen brauchst du für die PJ-Anmeldung?
Für ein Praktisches Medizinisches Jahr sammelst du Unterlagen bei zwei verschiedenen Stellen ein: Die PJ-Plätze vergibt deine Universität, die Anrechnung von Auslandszeiten entscheidet das Landesprüfungsamt. Diese Reihenfolge hat sich in der Beratung bewährt und verhindert die häufigsten Rückläufer:
Zeugnis des Zweiten Staatsexamens abwarten – ohne bestandene M2 startet kein PJ.
Physikum-Nachweis, Famulaturbescheinigungen und Studienverlaufsnachweise zusammenstellen.
PJ-Anmeldeformular deiner Universität ausfüllen und gemeinsam mit allen Nachweisen beim Studiendekanat einreichen.
Für ein Auslandstertial zusätzlich vorab: Aufenthalt mit der Heimatuniversität abstimmen, Klinik gegen die PJ-Länderliste deines LPA prüfen und den Sprachnachweis vor Tertialbeginn ausstellen lassen.
Nach dem Auslandstertial beim LPA einreichen: formloser Antrag auf Anrechnung, Klinikbescheinigung über Dauer, Fachgebiet und Fehlzeiten, Immatrikulationsnachweis der Gastuniversität sowie die Äquivalenzbescheinigung deiner Heimatuniversität.
Rechne beim letzten Schritt eine Gebühr ein: In Baden-Württemberg kostet die Anrechnung derzeit 40 Euro pro Tertial oder Quartal, bei zeitgleicher Einreichung von zwei Auslandsabschnitten 60 statt 80 Euro (Merkblatt PJ, Stand Juni 2026). Andere Länder rechnen anders ab: Berlin nimmt 38 Euro für ein Tertial, Hamburg je nach Fall 100 bis 200 Euro pro Anrechnung. Ein durchdachtes Anschreiben hilft dir zusätzlich, dich bei begehrten Kliniken abzuheben – eine Vorlage findest du in unserem Muster für die Bewerbung im Auslandspraktikum.
Dein PJ im Ausland, gut organisiert. Wir übernehmen für dich die Organisation an etablierten Partnerkliniken in Sri Lanka, Nepal und Sansibar, inklusive Unterkunft und Vorbereitung. Sichere dir jetzt deine kostenlose Beratung und starte gut vorbereitet in dein Praktisches Medizinisches Jahr.
Häufig gestellte Fragen
Fazit
Ein Praktisches Medizinisches Jahr ist anspruchsvoll, aber mit guter Planung gut zu meistern. Merke dir die drei Punkte, an denen es am häufigsten hakt: die M3-Frist zum 10. Januar oder 10. Juni, die Abstimmung eines Auslandstertials mit der Heimatuniversität vor dem Start, und die Fehlzeiten- und Sprachregeln deines Landesprüfungsamts, die nicht bundeseinheitlich sind. Die geplante Quartals-Reform behältst du dabei im Blick – in Kraft ist sie nicht. Egal ob du in Deutschland bleibst oder ein Tertial im Ausland planst: Je früher du startest, desto entspannter läuft dein PJ. Unsere Beratung unterstützt dich dabei gerne persönlich.
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Landesprüfungsamt Baden-Württemberg / Regierungspräsidium Stuttgart, „Merkblatt Praktisches Jahr im Medizinstudium", Stand Juni 2026 (Quartale Mannheim, Fehlzeiten, Auslandsanrechnung, Sprachnachweis, Gebühren) — rp.baden-wuerttemberg.de
Landesprüfungsamt NRW (Bezirksregierung Düsseldorf), „Das Praktische Jahr (PJ) in der ärztlichen Ausbildung", Stand 15.08.2025 (Splitting, Fehltage, Sprachkenntnisse) — brd.nrw.de
Landesprüfungsamt für Heilberufe Hamburg, „Hinweisblatt PJ im Ausland", Stand 04/2026 — hamburg.de
Hessisches Landesamt für Gesundheit und Pflege, „Merkblatt über die Praktische Ausbildung gemäß § 3 ÄAppO im Ausland", Stand Oktober 2024 — hlfgp.hessen.de
LAGeSo Berlin, „Praktisches Jahr (PJ) für Medizinstudierende in Berlin" (Splitting, Fehltage) — berlin.de
Medizinischer Fakultätentag, „Planung und PJ-Zeiten Mobilität 2025–2030" (bundeseinheitliche Tertialzeiten, Angaben ohne Gewähr) — medizinische-fakultaeten.de (abgerufen 18.08.2026)
Medizinischer Fakultätentag, „Approbationsordnung für Ärzte und Ärztinnen", aktualisiert am 08.07.2026 (geltende Fassung weiterhin von 2002) — medizinische-fakultaeten.de
Referentenentwurf zur Änderung der Ärztlichen Approbationsordnung, Bundesministerium für Gesundheit (Quartals-Struktur, nicht in Kraft) — bundesgesundheitsministerium.de
Deutsches Ärzteblatt, „Ärztliche Approbationsordnung: Neuer Anlauf für überfällige Reform", Heft 20/2023 (genannter Zieltermin 1. Oktober 2027) — aerzteblatt.de
Weissenbacher A, Bolz R, Zimmermann A, Donaubauer B, Stehr SN, Hempel G, „Mentoring and workplace-based assessments for final year medical students", Der Anaesthesist, Springer, 2020 — pmc.ncbi.nlm.nih.gov (PMC, National Library of Medicine)